Donnerstag, 6. November 2008

AlfaNews testet den neuen Alfa MiTo - Herzschmerz in Reinkultur

Der MiTo lässt Herzen schmelzen, das stand schon fest als ich den Wagen vor einiger Zeit für "superbe" 7 Tage entgegen nahm. Mich begeisterte der MiTo weil er leicht zu fahren ist, sparsam bewegbar bleibt und eine Agilität in sich hat, die deutlich über dem Alfisti-Niveau liegt, an das man sich die letzten Jahre bei Alfa Romeo gewöhnen musste. 


Der Kleine Italiener lässt die Herzen auch schmelzen, weil die Mini-Lovetime deutlich am abklingen ist und Alfas Designer einen Wagen gemalt haben, der in sich eine designerische Wucht dar stellt. Viele behaupten, der MiTo kommt auf den Fotos gar nicht richtig an, begeistern sich aber von Angesicht zu Angesicht sofort für die Schwünge, auf denen der MiTo aufbaut. Es ist auch nicht einfach, den MiTo zu fotografieren und wer nur ein 0-8-15-Bild schiesst, wird enttäuscht sein, was aus dem Drucker kommt. Das Wägelchen hat eben Rundungen, die selbst der modernste Digitalfotoapparat nicht richtig aufnehmen kann. Das menschliche Auge hingegen sieht es im Gesamten und auch wenn der Designer des MiTo inzwischen für Audi zeichnet, für mich hat der Wolfgang Egger hier ein Meisterwerk abgeliefert. Es gestaltete den 8C Competizione und den MiTo und beide Autos sind unvergleichlich gut gelungen. 


Kommt hinzu, dass Alfa Romeo beim MiTo keine Mühe und Kosten gescheut hat, auf der Fiat-Plattform aufbauend einen  optimalen Alfa-Kleinwagen zu realisieren. Das Fahrwerk ist unbescheiden sportlich und mit enormen Resereven ausgestattet. 

Punkto aktiver und passiver Sicherheit wurden alle Register gezogen. Es wird weder an den Regelsystemen noch am technischen Aufwand gespart und es wurden ABS, Bremsassitent, ASR, ESP, Hill Holder, Q2, DST  und das D.N.A. Prinzip verbaut.  DNA ist ein Wählschalter für die Modi "Dynamik", "Normal" und "All Weather". Je nach Schalterstellung wird die Dynamik des Autos anders gesteuert und mehr oder weniger in das Fahren eingegriffen.  Interessant ist dabei dei Kraftentfaltung denn beim Überholen merkt man den Zustupf im Dynamik-Modus gut. Vvon grossem Wert für den kleinen Sportler sind das elektronische Q2-System und das DST (für Dynamic Steering Torque), mit dem der Fahrer einen Lenkimpuls bekommt, um Gegensteuer zu geben, wenn er in kritische Situationen kommt. 


Alfa-typisch ist das Fahrwerk mit vorderen Federbeinen und hinterer Verbundlenkerachse wobei dem Wanken nun zusätzliche  Schraubenfedern im Stossdämpfer entgegen wirken. 

Ich durfte erneut den 1.4-Turbo-Benziner mit 155 PS testen, die Diesel-Variante war nicht verfügbar. Dabei stellte ich fest, dass der Benzinverbrauch im Bordcomputer bei Fahrtantritt empfindlich hoch war und ein Durchschnitt von 10.1 Liter angegeben war. Wer auch immer das Auto zuletzt bewegte, hat das also in einem Verbrauchsintensiven Modus gemacht. Ich selbst fuhr den MiTo mit 7.8 bis 8.8 Liter und fand das eher an der oberen Grenze, bemerkte dann  spät aber doch, dass der Reifenspezialist bei der Bereifung mit neuen Winterreifen beim Luftdruck massiv gespart hatte. Mein Fehler, das ich das nicht kontrollierte, der Luftdruck stimmte ganz sicher nicht. 

Im Mittel kann man den MiTo mit einer anständigen Einfahrtsphase mit 7.5 bis 8.2 liter bewegen, je nachdem wieviel man heizen geht. Zum Heizen eignet sich der MiTo hervorragend. Gegenüber dem Ducati Corse ist der MiTo auf meiner Hausstrecke nur 1 Sekunde hinter der Zeit geblieben. Wenn man die Winterreifen berücksichtigt, ist die Zeitdifferenz nicht vorhanden. 

Auf dem Rennkurs könnte der Ducati Corse gegen den MiTo im Normaltrimm wohl die eine oder andere Kurve gewinnen, wirklich davonfahren kann der Ducati Corse dem MiTo nicht. So zumindest mein subjektiver Eindruck, in einem Test kurz hintereinander. 


Was beim MiTo technisch fasziniert, wird durch ein ansprechendes Armaturenbrett und ansprechende Sitze abgerundet. Der Sitzkomfort ist enorm gut und auch auf langen Fahrten kann man sich bestens entspannen. Einziges Manko im Innenraum ist die Gurtführung vorne, an die muss man sich gewöhnen weil man sich nicht einfach mit einer Hand angurten kann. Gurtet man sich mit einer Hand an, kommt dem Gurt die Sitzverstellungsschraube in die Quere, womit man dann den Gurt eher auf der Hüfte als am Becken trägt. Ist mir nie zuvor aufgefallen und ich hoffe, das wird korrigiert. 


Was fällt sofort auf, wenn man den MiTo bewegt?
Der Wagen gwinnt die Herzen der stolzesten Frauen! Egal ob aus dem X3, Mercedes oder Mini, dem MiTo folgen alle Blicke. Egal ob in der Stadt oder auf der Autobahn, immer wieder wird gestarrt. Das darf auch so sein, denn unweigerlich gehört der MiTo zu den schönsten Alfas die je gebaut wurden. Der Charmefaktor ist gross und wer den nutzt, ist vielleicht sogar ein Sieger...

Es fällt auch auf, dass man den Kofferraum enorm tief und breit füllen kann, der MiTo bietet Raum für Gepäch, wie man das in vielen anderen Kleinwagen vermisst. Die Sitze kann man umlegen, keine Frage. Interessant ist, dass der MiTo ein vollwertiger 5-Plätzer ist, sofern die hinten Sitzenden nicht gerade über 1.70 cm gross sind. Der Fussraum ist gross, die Kopffreiheit nach oben etwas eingeschränkt. 

Im Vergleich zum Abarth Grande Punto mit der gleichen Bodengruppe und dem gleichen Motor wird beim Alfa MiTo vom optimierten Sound geredet bzw. geschrieben. Das muss ein Gerücht sein, zumindest in der Schweiz ist mir noch kein MiTo begegnet, der wirklich den sonoren Alffa Sound hat. Es gibt im Innenraum einen Ansatz von Brummen, öffnet man das Fenster, ist das wieder weg. es ist auch eine Frage des Stils ob ein Alfa-Besitzer nun bei jedem Alfa einen sonoren Sound haben muss oder ob er beim MiTo sagt: diese kleine Rakete nehme ich so, ohne weitere Überlegungen. 

Von mir hat der MiTo schon etliche Kaufempfehlungen bekommen, bis auf den Gurt habe ich bislang auch in keinem MiTo einen Mangel festgestellt. Die Verarbeitung im Werk Mirafiori in Turin ist gut, die Qualität dem europäischen Massstab angepasst. Im Detail ist beim MiTo noch viel Handarbeit dabei, mit entsprechenden Toleranzen wird gearbeitet. 

Das Soundsystem im MiTo ist gut, der Radioempfang und die Soundqualität sind in Ordnung. Wer das Bose-System integriert erhält sogar noch eine sattere Soundqualität. Vermisst habe ich im Testwagen die Funktion des lauter werdenden Radios auf der Autobahneinfahrt. Diese Funktion habe ich schon oft geschätzt, wenn ich auf Autobahnen auffuhr und einer Story lausche und mich auf das Einfädeln und fahren konzentrieren muss. 

Angaben zum Testwagen:
Alfa Romeo MiTo 1.4 TB
Leistung KW/PS: 114/155
CO2-Emissionen: 153
Verbrauch Werk: 8.5/5.3/6.5 (Stadt, Land, Mix)
Testverbrauch: 8.1 Shell SuperPlus
Basispreis: 27'900.00 Franken
Testwagenpreis: 34'350.00 Franken

Am Schluss musste ich den MiTo dann trotzdem zurück geben, ich hätte den gerne behalten. 

Die Fotos um Testdrive:


1 Kommentar:

h hat gesagt…

die funktion des lauter werdens im Radio gibt es beim ganzen normalen standard radio mit cd.

Ich nutze sie gerne